Arbeitszonenmanagement Rottal - Entwicklungsperspektiven für Gewerbe und Gemeinde
Zur Vervollständigung der Analysephase wurde Anfang 2026 eine Umfrage beim Rottaler Gewerbe durchgeführt. Befragt wurden die Unternehmen zu aktuellen Rahmenbedingungen, Mobilität, Zusammenarbeit mit den Gemeinden sowie ihren Erwartungen an die zukünftige Entwicklung. Rund 30 Prozent der in den Gewerbevereinen organisierten Firmen nahm an der Umfrage teil. Diese Unternehmen beschäftigen insgesamt 2'500 Mitarbeitende in den Bereichen Diensleistungen, Industrie und Gewerbe. Das entspricht 40 Prozent der insgesamt etwa 6'500 in diesen Bereich im Rottal angestellten Personen. Die Präsentation der Umfrageergebnisse stand im Zentrum der rund zweistündigen Veranstaltung vom Mittwoch, 22. April 2026. Die gewonnenen Erkenntnisse wurden von Vertretungen der Gewerbevereine, Gemeinderäte, Gemeindeverwaltung sowie der Kantonsräte aller vier Rottaler Gemeinden gemeinsam diskutiert. Dabei wurden wertvolle Inputs für das weitere Vorgehen im Projekt gesammelt.
Das von den Gemeindepräsidien erarbeitete Arbeitszonenmanagement Rottal zeigt unter der Gesamtprojektleitung von Eugen Amstutz und in Zusammenarbeit mit einem Planungsbüro das raumplanerische und wirtschaftliche Potenzial der einzelnen Gemeinden auf. Es benennt die verfügbaren beziehungsweise mobilisierbaren Flächen und ermöglicht Aussagen zur angestrebten Gewerbestruktur, zur Sicherung von Arbeitsplätzen, zur Diversifikation sowie zur Stärkung der wirtschaftlichen Resilienz und Wertschöpfung. Mit der durchgeführten Umfrage konnten zusätzliche, wichtige Erkenntnisse zu den Bedürfnissen des Gewerbes gewonnen werden. Diese fliessen aktuell in die Vorbereitungsphase des Umsetzungsprojekts ein.
Ein Arbeitszonenmanagement bietet für Gewerbe und Gemeinden vielfältige Vorteile. Dazu zählen Bündelung des wirtschaftlichen Potenzials im Rottal, die strategische Vorarbeit im Hinblick auf neue Vorgaben im kantonalen Richtplan sowie die Entlastung der eigenen Ressourcen von Unternehmen und Gemeinden. Zudem können Rollenkonflikte reduziert und Bauvorhaben beschleunigt werden. Weitere Mehrwerte liegen in der professionellen und neutralen Moderation anspruchsvoller Prozesse sowie in einer zentralen Ansprechperson für Gewerbe und Gemeinden. Ein mögliches, künftig zu installierendes Gebietsmanagement im Rottal würde als unabhängige Koordinationsstelle gemeindeübergreifend im Interesse der Wirtschaftsakteure agieren und als Schnittstelle zur kantonalen Wirtschaftsförderung und zu weiteren kantonalen Stellen dienen.
Das grösste Wachstumshemmnis für die Unternehmen in der Region ist der Mangel an verfügbarem Gewerbebauland. Kaum freie Flächen, eingeschränkte Einzonungsmöglichkeiten und fehlende Reserven bremsen die wirtschaftliche Entwicklung deutlich. Zusätzlich beeinträchtigen Defizite bei Verkehr, ÖV-Anbindungen, Erschliessung und Parkierung - insbesondere zu Randzeiten - die Standortqualität. Gefordert sind mehr Planungssicherheit, weniger Bürokratie und schnellere Bewilligungsverfahren, damit das vorhandene Potenzial der Region genutzt werden kann.
Die Ergebnisse zeigenm, dass neben dem Flächenangebot insbesondere die Erreichbarkeit und eine gute ÖV-Anbindung für die Unternehmen an Bedeutung gewonnen haben. Für Gemeinden und Region ergibt sich daraus der klare Auftrag, zusammen mit dem Gewerbe Infrastrukturen besser zu bündeln, Nutzungen zu kombinieren und Flächen effizienter zu nutzen. Entscheidend sind eine abgestimmte Weiterentwicklung von Reglementen, Mobilität und Parkierung sowie eine aktive Rolle im Gebietsmanagement. Das Arbeitszonenmanagement stärkt damit die regionale Position gegenüber dem kanton und schafft die Grundlage für gezielte Einzonungen auf Basis eines ausgewiesenen Bedarfs. Die AZM-Vorbereitungsphase liegt in der Verantwortung der Gemeindepräsidien des Rottals und wird bis Sommer 2026 abgeschlossen. Über Organisation und Projektstart der Phase 2 "Aufbau Gebietsmanagement" wird im Herbst 2026 entschieden.